Freitag, 14. Oktober 2011

Fiesta de Primavera

Hola,
vor zwei Wochen war hier im Projekt ein großes Frühlingsfest zu dem über 300 Leute aus der ganzen Provinz kamen, darunter auch viele ehemalige Heimbewohner. Deshalb gab es vorher viel zu tun, alles wurde geputzt und auf Vordermann gebracht. Es wurden endlos viele Torten gebacken, Marmeladen gekocht, die Gläßer mit Etiketten versehen und mit den Kinder haben wir Stoffbezüge für die Deckel gebastelt. Es gab Marmelade aus: Feigen, Orangen, Mandarinen, Blaubeeren, Pfirsichen, Quinotos (das sind Früchte die wie Miniorangen aussehen aber man kann die sehr süße Schale mitessen, das Fruchtfleisch ist etwas sauer) Kürbis, Kiwi und ich glaub ich habe noch einige vergessen. Im Herbst und Winter wurden mit den Kindern Nüsse gesammelt die auch auf der Fiesta verkauft wurden.
Das Fest begann mit einem Gottesdienst, anschließen gab es Asado. Asado ist Grillen im riesen Format, ich werde noch ein Foto hochladen. Anschließend wurde viel geredet gesungen und getanzt. Es wurde ein Spanferkel versteigert und Helen und ich durften die Leute das Gewicht einer Torte schätzen lassen. Wer am nächsten am echten Gewicht lag gewann die Torte. Das war nicht ganz einfach weil mein Spanisch immer noch nicht so gut ist, aber die Leute haben verstanden worum es ging und zu meiner Überraschung haben auch viele Deutsch gesprochen. Die Fiesta war sehr schön auch wenn wir viel zu tun hatten.
Hallo Zusammen,
ich wollte mal wieder etwas von mir hören lassen. Hier ein wenig über mein Projekt und die Umgebung.
Das Gelände von meinem Projekt ist sehr groß und sehr schön. Es gibt einen kleinen Wald, einen großen Garten, einen Pool, ein neuangelegtes Feld das in Zukunft bestellt werden soll, Schweine, Schafe, Kaninchen, Geflügel, einen Fußballplatz, ein Volleyballfeld und noch vieles mehr. Vor allem das viele Grün gefällt mir sehr gut und zurzeit ist blüht und grünt es sehr. Die Pflanzen wachsen hier teilweise sehr schnell, man kann dem Rasen sozusagen wortwörtlich beim Wachsen zusehen. Die Blätter mancher Bäumen werden von einen auf den anderen Tag doppelt so groß.
Baradero ist eine kleine Stadt hat aber vielmehr den Charakter eines Dorfes. Unser Projekt liegt etwas außerhalb. Baradero liegt am Rio Baradero, welcher eine Seitenarm des Rio de la Plata ist. Die Umgebung von meinem Projekt ist auch sehr schön, im Dorf gibt einige sehr belebte Straßen und einige kleine Parks. In die andere Richtung hat es viele Felder und Wiesen und am Fluss ist es auch sehr sehr schön. Das einzige was mich stört ist das es hier Schlagen gibt und auch sehr giftige wobei hier noch keinen von den extrem Giftigen gesehen wurde. Letzte Woche haben wir eine überfahrene auf der Straße entdeckt eine lebende habe ich bisher noch nicht gesehen.
Ganz viele Grüße aus Baradero
Tobias
Hier ein Ineressanter Bericht, über das Schulsystem, von meiner Mitfreiwiligen Helen. mit der ich zusammen im Projekt arbeite:

http://helenweltwaerts.blogspot.com/2011/09/es-wird-von-tag-zu-tag-warmer-und-fur.html

"Seit einer Reform des Schulsystems 1995 werden die ersten neun Schuljahre als Educación General Básica ( EGB: 9 Jahre Schulpflicht) bezeichnet und die weiterführenden Schulen als Polimodal, welche in den verschiedensten Fachbereichen angeboten werden. Allerdings wurde diese Reform in den vergangenen Jahren in verschiedenen Regionen wieder überarbeitet.

Das Schuljahr ist in Trimester unterteilt und die Kinder haben im Juli 2 Wochen Winterferien und ab Januar bis März Sommerferien, da die Konzentration in der Hitze wahrscheinlich noch schlechter sein wird, als ohnehin schon. Die Kinder besuchen 6 Jahre lang die Primaria und weitere 6 bzw. 7 Jahre die Secundaria. Leider gibt es ein großes Qualitätsgefälle zwischen den staatlichen und den privaten Schulen, sowie den Schulen in ländlicher und urbaner Umgebung. Allerdings wird dieses Problem auch von der Regierung wahrgenommen und verschiedene Modelle zur Angleichung des Qualitätsstandards sind in Planung, was jedoch einen langwierigen Prozess bedeutet.

Am Ende des Schuljahres gibt es Prüfungen, welche über die Versetzung in die nächste Klassenstufe entscheiden. Um eine gute Schulbildung zu ermöglichen vergibt die Regierungen Prämien an Schulleiter staatlicher Schulen, welche eine möglichst geringe Durchfallquote an ihrer Schule nachweisen können. Eine logische Folge ist natürlich, dass jeder Rektor möglichst wenige "Sitzenbleiber" anstrebt. Und dies geschieht am schnellsten, indem möglichst viele Kinder, ungeachtet ihres tatsächlichen Wissensstandes, versetzt werden. Leider ist dies ein weit verbreites Problem hier in Argentinien und während der Nachhilfe und den Hausaufgaben wird mir immer wieder bewusst, welche Konsequenzen das hat. Die Kinder können teilweise nicht Lesen, Rechnen oder Schreiben. Die Hausaufgaben werden nicht verstanden, da die Fragestellung noch nicht einmal gelesen werden können.

Ich habe auch oft das Gefühl, dass die Arbeitsbücher und -hefte für die Schule nicht wirklich gut durchdacht sind. So hat ein Fünftklässler, der gerade einmal die Farben im Englischunterricht (welcher hier übrigens qualitätiv sehr schlecht ist) gerlent hat, Hausaufgaben mit komplexer Aufgabenstellung in englischer Sprache. Können die Eltern kein Englisch folgt ganz logisch Demotivation. Auch die Lehrer geben den Kindern teils völlig unangebrachte Aufgaben bzw. schreiben Aufgaben in einer Art Hieroglyphenschrift in die Hefte der Kinder, sodass diese gar keine Möglichkeit haben diese  Hausaufgaben zu erledigen.

Auch interessant ist, dass die Kinder nicht jeden Tag zur Schule gehen und das kein Problem darstellt. Haben die Eltern keine Zeit ihre Kinder in die Schule zu bringen, ist es zu warm oder regnet es, sodass die Wege verschlammt sind, so bleiben die Kinder einfach zu Hause - das ist hier völlig normal.

Ihr seht also: wir haben im Nachhilfeunterricht (apoyo escolar) viel zu tun und es ist wichtig die Kinder immer wieder zu motivieren. Ich gebe mittlerweile auch manchmal schon Extraaufgaben, die zum Unterrichtsstoff passen. Letzte Woche kam sogar ein Junge zu mir und hat mich um extra Rechenaufgaben gebeten, worüber ich mich natürlich gefreut habe, da die Kinder eigentlich so schnell und liederlich wie möglich ihre Hausaufgaben hinter sich bringen wollen, vor allem wenn diese nicht verstanden werden. Es ist ein Trugschluss zu glauben die Kinder seien dumm. Oft fehlt einfach nur die Förderung und die Motivation durch die Lehrer und die Eltern.
Dies soll es erstmal zu dem Schulsystem und dem Apoyo Escolar gewesen sein. Wenn ihr fragen zu bestimmten Punkten habt oder euch etwas wichtiges fehlt, dann schreibt es einfach als Kommentar darunter.

Zum Schluss noch kurz was Statistisches:
Von den Argentiniern, welche über 20 Jahre alt sind, haben 88% die Schule besucht. Ungefähr 14% haben nicht einmal die Primaria abgeschlossen. Etwa 16% haben die Secundaria abgeschlossen, 5% einen höheren nicht- universitären Abschluss und 5% einen universitären Abschluss. Die Rate der Analphabeten ist ungefähr 5 mal so hoch wie in Deutschland und in den ländlichen Regionen am höchsten."

Quelle:
http://helenweltwaerts.blogspot.com/2011/09/es-wird-von-tag-zu-tag-warmer-und-fur.html


Sonntag, 11. September 2011

Spendenaufruf:

Das Projekt Centro German Frers ist auf die Mitarbeit von Freiwilligen angewiesen, kann sich jedoch aufgrund seiner wirtschaftlichen Lage nur bedingt an der Finanzierung des Dienstes beteiligen. Leider stehen auch von staatlicher Seite nur wenige Mittel zur Verfügung. Einen Teil der anfallenden Kosten übernimmt die Landeskirche. Darüber hinaus ist es notwendig, dass ich einen Unterstützerkreis aufbaue, der insgesamt einen Betrag von 150 € monatlich in einen Fond einbezahlt.
Ich werde Sie dabei mit regelmäßigen Berichten über meine Arbeit und meinen Erfahrungen teilhaben lassen. Wenn Sie sich für eine einmalige oder montaliche Spende entscheiden, wäre es gut wenn sie mir ihre Adresse zukommen lassen, damit ihnen meine Berichte zugeschickt werden können. Ab einem Betrag von 200 € erhalten sie zum Jahresende eine Spendenquittung (bei Beträgen unter 200 € akzeptieren die Finanzämter auch die Vorlage eine Kontoauszuges). Auf Wunsch erhalten Sie auch bei Beträgen unter 200 € eine Spendenbescheinigung.
Im Voraus schon ganz herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.

Meine Einsatzstelle

Meine Einsatzstelle ist das Centro German Frers, ein Kindertageszentrum der deutschen evangelischen Gemeinde Argentiniens. In das Tageszentrum kommen zurzeit  27 Kinder aus sozial benachteiligten Familien, häufig aus Elternhäusern mit häuslicher Gewalt oder Alkoholismus der Eltern.
An das Tageszentrum ist ein Hostel angeschlossen, in welchem auch Wochenend- und Ferienfreizeiten angeboten werden.
Die Kinder werden nach der Schule mit einem Bus zum Tageszentrum gebracht. Im Centro bekommen die Kinder Essen, es wird mit ihnen gespielt und gelernt. Sie bekommen eine Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe. Das ist auch ein Großteil meiner Aufgaben, mit den Kindern zu spielen und zu lernen. Ein anderer Teil meines Aufgabengebietes ist die Pflege des Geländes und der Gebäude sowie ein paar Büroarbeiten.

Samstag, 3. September 2011

Erster Bericht

Am 11. August bin ich in Buenos Aires angekommen. Der Direktflug mit Lufthansa war sehr angenehm auch wenn ich nicht gut und nur sehr wenig geschlafen habe, aber es kamen gute Filme. Wir sind in Deutschland um 10:50 Uhr losgeflogen und kamen um kurz nach 7 in Buenos Aires an. Dort wurden wir am Terminal von Ricardo abgeholt. Ricardo ist ein Mitarbeiter der Kirche in Argentinien, der sich hier auch um uns kümmert und auch das Seminar leitet. Anschließend sind wir mit Taxis und Bus ins ISEDET(Die evangelische theologische Fakultät in Buenos Aires) gefahren. Im ISEDET  waren wir auch die ersten zwei Wochen während des Sprachkurses untergebracht. Der erste Tag war etwas anstrengen weil wir kurz nach unserer Ankunft und einem sporadischen Mittagessen aus dem Supermarkt schon in verschiedene Projekte in Buenos Aires gefahren sind. Ich besuchte das La Paloma, es ist ein Kindertageszentrum und das Partnerprojekt des Centro German Frers (in dem ich arbeite). Um zum Projekt zu kommen sind wir eine Stunde mit dem Bus gefahren und haben schon einiges von Buenos Aires gesehen. Im Laufe der 2 Wochen Sprachkurs und Seminar haben wir auch noch einige andere Stadtteile gesehen. Palermo, der Hafen und das Regierungsviertel (Montserrat) haben mir sehr gut gefallen. Wir haben auch den Präsidentenpalast (Casa Rosada) besucht und haben einen Ausflug in das ESMA gemacht, dort wurden während der Militärdiktatur 30000 Menschen gefangen gehalten, verhört und gefoltert. Fast alle der Gefangen sind für immer verschwunden, sie wurden aus einem Flugzeug ins Meer geworfen. Insgesamt gingen die ersten 2 Wochen sehr schnell um.

Hallo Zusammen,

nun habe ich mich doch dazu entschlossen eine Blog zu machen. Für alle die mich nicht kennen bzw. noch nicht wissen wie ich meine nächsten 12 Monate verbringen werde: Ich heiße Tobias und mache für 12 Monate einen Freiwilligendienst in Argentinien, genauer im Centro German Frers in Baradero. Die ersten Berichte werden in den nächsten Tagen kommen.